ERZÄHLABEND – AM MITTWOCH, 15 April 2020 UM 19 UHR Referenten sind Horst Bittner und Hans Peter Schöngen

Die Braunkohlengrube Union 103 in Morschenich

Referenten: Horst Bittner und Dipl. Ing. Hans Peter Schöngen  vom Tagebau Hambach RWE Power

Nach dem 2. Weltkrieg baute die 1939 gegründete Rheinische Braunkohlentiefbaugesell-schaft (RBT) zwischen   Etzweiler und Morschenich eine Versuchsschachtanlage zum Abbau von Braunkohle unter Tage. Bei

Untersuchungsbohrungen wurden 1927 die Kohlenflöze  unter dem Hambacher Forst entdeckt. Unter einem 260 m mächtigen Deckgebirge lagerte ein bis zu 70 m mächtiges Flöz. 1943 unterbrach der Krieg die 1941 begonnenen Teufarbeiten.

Nach Kriegsende führte man die Arbeiten fort. Es entstand eine Doppelschachtanlage mit einer Teufe von 330 m. Die beiden Schächte lagen 300 m voneinander entfernt. Beide Schächte waren zweitrümmig. Das Schachtgerüst vom Materialschacht 1 war 27 m hoch und hatte eine Fördermaschine von 225 kW. Das Gerüst von Förderschacht 2 war 52,2 m hoch, hatte eine Fördermaschine von 2.090 kW und war für eine Förderung von 700 t/h ausgelegt. Mit Fachleuten aus Mitteldeutschland, Nordböhmen und dem Bleibergwerk Mechernich testete man zwei Abbauverfahren – den Pfeilerbruchbau und den Scheibenbau. Insgesamt wurden gut 11.000 m Haupt- und Nebenstrecken aufgefahren.

Nach zwei  Wassereinbrüchen und die Tatsache, dass bei den angewendeten Abbauverfahren die Kohlenverluste zu hoch waren, stellte die RBT den Versuchsbergbau 1955 ein. Bis 1960 hielt das 

zuständige Bergamt das Bergwerk in Förderbereitschaft. Nach den Raubarbeiten wurde es dann 1961 bis 60 m unter Rasenkante geflutet. Die komplette Wasserhaltung verblieb unter Tage, da man hoffte mit einer geeigneten Abbautechnologie das Bergwerk noch einmal sümpfen zu können. Seit 2012 wird es durch den Tagebau Hambach überbaggert und Stück für Stück zurückgebaut.

 

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