Erzählabend – am Mittwoch, 20. November um 19 Uhr – Die Grube Gouley…

Die Grube Gouley – Auf dem Weg in die Zukunft kam das Aus

Im Fördermaschinenhaus der ehemaligen Steinkohlegrube Adolf findet am Mittwoch, 20. November um 19 Uhr der letzte Erzählabend des Vereins Bergbaudenkmal Grube Adolf im Jahr 2019 statt. Der ehemalige Fahrsteiger Horst Bittner (Bittner-Miningconsult GmbH) erinnert an die Stilllegung der Grube Gouley vor 50 Jahren.

1113 wurde der Steinkohlebergbau in den Jahrbüchern des Klosters Rolduc erwähnt. Dies ist die älteste schriftliche Erwähnung des Steinkohlebergbaus in Europa. Am 2. Juli 1599 erhielt eine Köhlergesellschaft die Bewilligung ein Kohlwerk mit dem Namen Guttley anzulegen. Die Schächte des Bergwerks Gouley wurden an dem Standort, den das Bergwerk am Tag seiner Stilllegung hatte, 1806 von den Gewerken Schirbach, Scholl und Co. geteuft. Aber erst die Übernahme durch den Lütticher Bergingenieur Jean Gerad Dement 1817 leitete die industrielle Kohleförderung ein. Dement brachte gut ausgebildete Bergbauingenieure und Bergleute mit. Schon 1821 wurde in 163 m Teufe der Abbau in Flöz Ath aufgenommen. In der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 1834 kam es zum schwersten Grubenunglück im Wurmrevier. Bei einem Wassereinbruch von Standwasser aus alten Abbauen im Flöz Ath der Grube Teut wurden 63 Bergleute getötet. Im Januar 1834 wurde daraufhin 310 m entfernt von den Gouley-Schächten der Schacht Elisa geteuft. Im Februar 1835 war die Verbindung Schacht Elisa und Gouley fertiggestellt. 1836 wurde die Wurmknappschaft gegründet. 1858 erwarb die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier die Grube. Von 1861 bis 1867 wurden die Gruben der Vereinigungsgesellschaft durch mehr als 10.000 m Strecken mit-einander auf der 218 m-Sohle verbunden. Die Pferdeförderung auf der Sohle begann am 1. Juli 1868. Zur gleichen Zeit wurde das Feld Gemeinschaft östlich vom Feldbiß aufgeschlossen. 1899 wurde mit dem Bau des neuen Förderschachtes, später in von-Görschen-Schacht umbenannt, begonnen und am 9. Dezember 1902 in Förderung genommen. 1906 wurde der alte Förderschacht erweitert und zum Wetterschacht mit 5 m Durchmesser umgebaut. Im September 1944 konnte das Bergwerk durch die Notbelegschaft nach dem Verlegen eines Kabels zwischen Laurweg und Gouley unter Tage vor dem Ersaufen gerettet werden. 1950 beschloss der EBV Gouley und Laurweg zu einem Verbundbergwerk zusammenzulegen. Ab 1. Oktober 1955 wurde die Gesamtförderung des Bergwerks auf dem von-Görschen-Schacht gezogen. Im Januar 1959 begannen die Bauarbeiten für den neuen Betonförderturm. Dieser hob am 4. Januar 1960 die erste Kohle von der 650 m-Sohle. 1960 wurde mit der Erschließung der 850 m-Sohle begonnen – der Zukunft des Bergwerks. Diese endete abrupt mit der Stilllegungsentscheidung 1966. Am 1. April 1967 begann Gouley mit der Förderreduzierung. Am 31. März 1969, vor 50 Jahren wurde die letzte Anthrazitkohle nach zu Tage gehoben. Am 4. August 1994 wurde das letzte Wahrzeichen des westlichen Wurmreviers, der 70 m hohe Betonförderturm über dem von-Görschen-Schacht gesprengt.

Die Veranstaltung ist nicht auf Vereinsmitglieder beschränkt. Alle Freunde des Bergbaus sind eingeladen Erinnerungen zu teilen, zu erzählen oder einfach nur neugierig zuzuhören.

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